Chie Hayakawa, Japan, Frankreich, 2025o

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1987, in der Vorstadt von Tokio. Die 11-jährige Fuki versucht, mit dem ernsthaften Gesundheitszustand ihres Vaters zurechtzukommen. Während ihre Mutter ganz von ihrer Arbeit und der Pflege ihres Mannes in Anspruch genommen ist, beginnt für Fuki ein Sommer in der Schwebe. Getragen von Einsamkeit und kindlichen Impulsen taucht sie Tag für Tag ein Stück weiter in ihre eigene imaginäre Welt ein.

Das Kino ist auch die Welt der Kindheit und ihrer Unkenntnis der Erwachsenenwelt. Chie Hayakawa erinnert daran in einem autobiografisch inspirierten Film, der wie ein Dialog mit dem Werk ihres verstorbenen Landmannes Shinji Somai wirkt: Mit der Figur eines Mädchens, welches das Ende der Liebe seiner Eltern und mit dem Tod seines krebskranken Vaters verkraften muss, wirkt Renoir wie ein entfernter Verwandter von Somais Meisterwerk Moving (1993), in dessen Mittelpunkt die verletzten Gefühle eines Scheidungskindes stehen. Die Handlung von Renoir spielt im Japan der späten 1980er Jahre: Mit dieser unerwarteten Zuwendung zur Vergangenheit – Hayakawas vorheriger Spielfilm, Plan 75, spielte in einem futuristischen Japan – gewinnt der Stil der Regisseurin an Reife. Wie der Maler Renoir, der dem Film seinen rätselhaften Titel gibt, baut die japanische Regisseurin ihre Erzählung auf einer überschaubaren Reihe von Eindrücken auf. Während eines entscheidenden Sommers entwickelt die elfjährige Heldin ein Interesse an Magie und Hypnose, besucht ihren Vater im Krankenhaus, ertappt ihre Mutter bei der Affäre mit einem Psychologen und unterhält sich mit einem Unbekannten auf einer Erotik-Hotline, deren Nummer sie zufällig gefunden hat. Wenn uns die Bedeutung bestimmter Szenen entgeht, liegt das an Hayakawas radikaler Entscheidung, sich ganz der Wahrnehmung ihrer kindlichen Figur anzupassen: Bereits in der Eröffnungsszene werden wir dazu eingeladen, den erwachsenen Blick abzulegen und den eines Kindes anzunehmen. Sich durch dieses Universum undurchsichtiger Zeichen zu bewegen, erweist sich als ebenso anspruchsvolle wie spannende Erfahrung. Auch wenn man bedauert, dass der Film keinen Moment der Gnade wie das Finale von Moving aufweist, ist unverkennbar, dass Hayakawa der von Somai gesetzten Messlatte nahekommt. Das ist keine Kleinigkeit.

Clément Desbaillet

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Filmdateno

Originaltitel
Runowâru
Genre
Drama
Länge
120 Min.
Originalsprache
Japanisch
Bewertungen
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ØIhre Bewertung6.5/10
IMDB-User:
6.5 (772)
Cinefile-User:
< 3 Stimmen
KritikerInnen:
< 3 Stimmen q

Cast & Crewo

Yui SuzukiFuki Okita
Hikari IshidaUtako Okita
Lily FrankyKeiji Okita
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