Rebuilding
Max Walker-Silverman, USA, 2025o
Im Westen der USA wird Dustys Ranch durch einen verheerenden Brand zerstört. Er findet Zuflucht in einem provisorischen Lager, wo er langsam wieder einen Sinn in seinem Leben findet. Umgeben von Menschen, die wie er alles verloren haben, entstehen unerwartete Verbindungen. Getragen von der Hoffnung, wieder eine Beziehung zu seiner Tochter und seiner Ex-Frau aufzubauen, findet er nach und nach den Willen, alles wieder aufzubauen.
Zu den Stärken des amerikanischen Independent-Kinos zählt, dass es regionale Geschichten erzählt, die nicht aus Los Angeles, New York oder Special Effects City stammen. Der Nachwuchsregisseur Max Walker-Silverman aus Colorado tut dies mit seinem zweiten Film Rebuilding. Sein Held Dusty ist ein Mann Mitte dreissig, der seine Ranch bei einem Waldbrand verloren hat. Von den Behörden in ein Wohnmobilcamp geschickt, taucht er auch vor der Tür seiner Exfrau auf und erhält das gemeinsame Sorgerecht für ihre 9-jährige Tochter. Wird dieser verlorene, wortkarge Mann wieder zu seiner Familie finden und neue Beziehungen zu anderen Mitbetroffenen aufbauen, oder wird er keine andere Wahl haben, als sich anderswo Arbeit zu suchen? Der junge Filmemacher lädt uns zu einer Art Nomadland (Chloé Zhao, 2020) ein, das jedoch konkreter verwurzelt und sentimentaler grundiert ist. Denn eigentlich möchte Dusty gar nicht weggehen. Daher nimmt er sogar eine Stelle als Verkehrslotse auf Baustellen an. Aber ein Neuanfang auf verbranntem Boden, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne, ist keine Selbstverständlichkeit. Auch wenn sich keine grosse Spannung aufbaut, lässt man sich gern von dieser Prüfung mitreissen, welcher der Brite Josh O'Connor (God's Own Country und La chimera) sein Charisma verleiht. Die Inszenierung bleibt klassisch, und der Film lässt die naheliegende ökologische Polemik beiseite: Es ist schon ein bemerkenswerter erster Schritt, dass sich ein amerikanischer Film überhaupt mit den schwierigen Folgen dieser wiederholten Brände befasst. Und wie in jeder Geschichte über eine zweite Chance sind auch hier starke Gefühle garantiert.
Norbert Creutz
